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Zusammenfassung 3

Die inferentielle Natur der Wahrnehmung: Die Bedeutung des Reafferenzprinzips für das Bewegungssehen

Axel Lindner, Thomas Haarmeier und Peter Thier

Zusammenfassung
Im Allgemeinen sind wir uns der sensorischen Konsequenzen unserer eigenen Handlungen nicht bewusst, wie ein Blick auf die visuelle Bewegungswahrnehmung verdeutlicht: Obgleich wir unsere Augen relativ zur Außenwelt bewegen - und mit ihnen das Abbild der Welt auf unserer Netzhaut - erscheint uns unsere visuelle Umwelt unbewegt. Wie ist diese Eigenbewegungsinvarianz der visuellen Wahrnehmung möglich? Wir schlagen aufgrund unserer Ergebnisse aus Verhaltensexperimenten vor, dass diese Eigenbewegungsinvarianz auf dem Vergleich von Sinnesinformationen mit internen Referenzsignalen basiert. Diese Referenzsignale kann man als fortwährend optimierte Erwartungen der visuellen Folgen unserer Eigenbewegungen verstehen. Entsprechen sich Erwartung und Realität, so löschen sich beide Größen aus und die perzeptuelle Interpretation dieses Ergebnisses ist Stationarität. Abweichungen werden dagegen als Bewegung in der Außenwelt interpretiert. Wo in unserem Gehirn wird diese Vorhersage generiert, wo wird sie mit den retinalen Signalen verglichen und wo in unserem Gehirn entsteht die Wahrnehmung der echten Bewegung? Dieser Artikel versucht erste Antworten auf diese Fragen zu geben.

Keywords: Reafference Principle; percept of motion; eye movements; cerebellum



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