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Zusammenfassung 1

Spreading depolarization, Tsunami im Hirn

Jens P. Dreier

Zusammenfassung
Spreading depolarization (SD) beschreibt eine neuronale und astrozytäre Massendepolarisationswelle der grauen Substanz. Normalerweise ist an diese eine Vasodilatation gekoppelt, die zu einem Blutflussanstieg führt (spreading hyperemia). Unter bestimmten Bedingungen kann SD aber auch einen arteriellen Spasmus der Mikrozirkulation mit konsekutiver spreading ischemia (SI) induzieren. Diese inverse neurovaskuläre Kopplung tritt z.B. unter artifizieller zerebrospinaler Flüssigkeit auf, die den Zustand nach Subarachnoidalblutung imitiert. SD mit normaler neurovaskulärer Kopplung induziert in gesundem Hirngewebe keinen Zelltod, während SI bei der Ratte kortikale Nekrosen verursacht. Im menschlichen Hirn sind kortikale Nekrosen typisches Korrelat verzögerter ischämischer Schlaganfälle nach Subarachnoidalblutung. Basierend auf unseren tierexperimentellen Befunden stellten wir 1998 die Hypothese auf, dass SI ein Mechanismus verzögerter ischämischer Schlaganfälle beim Menschen sein könnte. Mithilfe subduraler Opto-/Elektrodenstreifen und serieller Bildgebung konnten wir mittlerweile nicht nur das massive Auftreten von SDs nach Subarachnoidalblutung beim Menschen nachweisen, sondern auch das Auftreten von SI in der Entstehung verzögerter ischämischer Schlaganfälle. SI ist ein vielversprechendes Ziel für die Entwicklung neuer Therapiestrategien.

Keywords: subarachnoid hemorrhage; ischemia; spreading depression; spreading ischemia

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