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Zusammenfassung 1

Neurobiologische Grundlagen der Verarbeitung von Anzahlen und Proportionen im Primatengehirn

Daniela Vallentin, Simon N. Jacob und Andreas Nieder

Zusammenfassung
Die Erfindung von Zahlensymbolen war ein entscheidender Schritt hin zur Entwicklung ausgeprägter mathematischer Fähigkeiten des Menschen, die ihrerseits den wissenschaftlich- technologischen Fortschritt ermöglichten. Vielfältige Studien zeigen, dass das grundlegende Verständnis von Anzahlen und Mengen nicht humanspezifisch, sondern im gesamten Tierreich verbreitet ist. Die Erforschung der neuronalen Grundlagen der numerischen Kognition hat in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte erzielt. Bildgebende Verfahren beim Menschen und Einzelzellableitungen bei nicht-humanen Primaten konnten Regionen des Gehirns identifizieren und näher charakterisieren, die eine zentrale Rolle bei der Repräsentation von Quantitäten spielen. Es zeigte sich, dass sich im Stirn- und Scheitellappen der Großhirnrinde Neurone befinden, die auf Anzahlen und Proportionen abgestimmt sind. Quantitäten werden als analoge Größen repräsentiert; dieser Code ist automatisch, unabhängig vom Darstellungsformat und nicht an Sprache gebunden. Diese Befunde legen nahe, dass unser Sinn für Zahlen auf einem phylogenetisch alten Vorläufersystem zur Repräsentation von Quantitäten basiert, dessen Netzwerke im Laufe der Evolution übernommen und weiterentwickelt wurden.

Keywords: numerical competence; single cell recordings; functional magnetic resonance tomography; prefrontal cortex; parietal cortex

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