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Nf03_2013 - Pape, Hans-Christian

Pharmakologische Beeinflussung von Furchtgedächtnis und Furchtextinktion. (A) Die Regulation der synaptischen Freisetzung von Glutamat und GABA führt zu einem beschleunigten Abklingen der Furchtreaktion. Dies kann beispielsweise durch (1) die dämpfende Wirkung von Endocannabinoiden (ECB) in BLA oder CeA, (2) den aktivierenden Einfluss von NPS auf die GABAergen Interneuronen im ITC, oder (3) die Erhöhung der Aktivität inhibitorischer Neuronen in CeA durch Oxytocin (OXT) erreicht werden. (B) Die Verstärkung zellulärer Lernprozesse, die der Furchtextinktion zugrunde liegen, führt zu einer schnelleren und länger anhaltenden Abnahme der Furchtreaktion. Dies kann beispielsweise durch die positive allosterische Modulation von NMDA-Rezeptoren mittels D-Cyloserin (DCS) erfolgen. (C) Nach erfolgreichem Extinktionstraining kann es zu einem erneuten Aufflammen des Furchtgedächtnisses kommen (vgl. Exkurs; Abb. 3C). Eine Möglichkeit der Intervention ist die Unterdrückung der erneuten Konsolidierung des Furchtgedächtnisses, die mit seinem Abruf einhergeht (Rekonsolidierung). Dies scheint beispielsweise durch die Gabe eines „Betablockers“ (β-adrenerger Rezeptor-Antagonist, z.B. Propranolol) möglich zu sein. Wichtig ist, dass diese Behandlung den faktischen (d.h. expliziten) Bestandteil des Furchtgedächtnisses unbeeinflusst lässt („der Ofen kann heiß sein“) und stattdessen zu einer Desintegration seiner Verknüpfung mit automatisch (d.h. implizit) ablaufenden Furchtreaktionen führt. (D) Die Erhöhung der Furchtreaktion, wie sie beispielsweise in der Folge von Stresszuständen oder erneuten traumatischen Erfahrungen auftreten kann (vgl. Exkurs 1; Abb. 3C), lässt sich durch die chronische Gabe von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) oder durch die akute Gabe eines Antagonisten für Corticotropin-Releasing Hormon (CRHR1-Antagonist) mildern oder gar verhindern. Es ist zu beachten, dass die verschiedenen pharmakologischen Interventionsmöglichkeiten nur am Beispiel repräsentativer Nervenzellen dargestellt wurden, die stellvertretend für andere Bereiche der Furchtmatrix stehen.

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